Gleicher Zieleinlauf, aber viel spannender
Die Zeiten, da die Nordische Kombination von einem überragenden Skispringer beherrscht wurde, der einsam im Wald seine Bahnen zog und jubelnd die Ziellinie überfuhr, sind lange Geschichte. Die neue Generation der jungen Wilden lässt es nicht zu, dass sich einzelne Athleten schon zu früh über den Erfolg freuen dürfen. So wurden bislang alle Rennen in dieser Saison erst auf den letzten Metern entschieden. Was sich jedoch die Protagonisten der Wettbewerbe in Chaux-Neuve in der zweiten Konkurrenz in den französischen Alpen boten, war an Spannung kaum zu überbieten. Zwar eroberten mit Tagessieger Alessandro Pittin aus Italien, dem Lokalmatador Jason Lamy Chappuis und dem Deutschen Fabian Rießle erneut die selben Kontrahenten das Siegerpodest, wie tags zuvor. Jedoch entschied sich der Massensprint auf den letzten Metern erst nach Auswertung des Zielfotos. Zu Gunsten von Pittin, der die Schuhspitze nur um wenige Zentimeter vor Lamy Chappuis und Rießle durch die Lichtschranke bewegte.
Siehe auch:
- 15.01: Ergebnisse
- 15.01: Pittin in Chaux-Neuve ...Pittin in Chaux-Neuve unschlagbar
- 15.01: Result list ski jumpin...Result list ski jumping 2012-01-15
- 14.01: Ergebnisse
- 14.01: Result list ski jumpin...Result list ski jumping 2012-01-14
Noch einen Kilometer vor dem Ziel war es unmöglich, aus dem Gewirr der Winterzweikämpfer, die sich in einer gefühlt 20-köpfigen Spitzengruppe um eine gute Ausgangsposition für den Schlussspurt bemühten, einen Siegerfavoriten herauszukristallisieren. Jedoch hatte der von rund 20 000 Zuschauern frenetisch angefeuerte Lamy Chappuis nach erfolgreicher Aufholjagd auf Sprungsieger Haavard Klemetsen aus Norwegen von vorneherein eine Spitzenposition inne. Auch Hauptkonkurrent Pittin, der mit einem mittelmäßigen Sprung über eine Minute aufholen musste, setzte sich nach dem Zusammenschluss aller Verfolgergruppen in der Spitzengruppe fest.
Am letzten Anstieg suchte der Italiener mit der Erfolgstaktik des Vortags erneut die frühe Entscheidung, wurde jedoch von Lamy Chappuis ausgekontert. Erst danach brachte sich auch Fabian Rießle in Position. Pittin rechts - Rießle links, so nahmen sie den Mann in Gelb auf der Zielgeraden in die Zange und zuerst sah es danach aus, als solle Lamy Chappuis seinen ersehnten Heimsieg um Haaresbreite eingefahren können. Doch die Auswertung des Zielfotos ergab, dass Alessandro Pittin seinen Schuh geringfügig weiter nach vorne schieben konnte. Der machte danach keinen Hehl aus seiner Verwunderung über den erneuten Triumph. "Ich kann es gar nicht glauben. Nach dem gestrigen anstrengenden Rennen habe ich mich müde gefühlt. Aber dann hatte ich das nötige Glück auf den letzten Metern.
Mit "Respektsabstand" von einer halben Fußlänge folgte Fabian Rießle auf Rang drei. "Auf einmal bin ich wieder Dritter. Ich hatte mir zwar eine Taktik zurecht gelegt, aber meist kommt es ja eh anders. Ich konnte im Feld mitschwimmen und am Ende noch ordentlich Gas geben. Das Rennen ist für mich super gelaufen", sagte der deutsche Himmelsstürmer.
Publikumsliebling Jason Lamy Chappuis musste zwar erneut auf den Heimsieg verzichten. Der Franzose hat aber im Gesamtweltcup weiterhin ein komfortables Polster von jetzt 202 Punkten auf seinen schärfsten Verfolger Alessandro Pittin, der mit dem Doppelsieg am Japaner Akito Watabe vorbeizog. Watabe wurde im Rennen Siebter.
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