English Deutsch

"Wir ziehen eine gute Bilanz" - Interview mit Roman Kumpost

Erstellt am: 17.01.2012 13:04/ ms
A A A 

Seit 2010 ist Roman Kumpost beim Internationalen Skiverband dafür zuständig, der Nordischen Kombination wieder zum Status früherer Tage zu verhelfen und die Weiterentwicklung dieser Sportart kontinuierlich voranzutreiben. Fisnordiccombined.com sprach mit dem Vorsitzenden des FIS-Komitees über das Potential und die Zukunft der Nordischen Kombination.

Kannst du kurz deine Rolle innerhalb der FIS beschreiben? Was sind deine Aufgaben und Zuständigkeitsbereiche?

Roman Kumpost: Ich habe die Leitung des Komitees der Nordischen Kombination inne. Meine Aufgabe ist es konkret, die Nordische Kombination weiterzuentwickeln und auf eine neue Stufe zu heben.

 

In dieser Saison ist bereits einiges unternommen worden: Es gibt wieder einen vollen Wettkampfkalender und neue Wettkampf-Formate. Kann man bereits eine erste Bilanz ziehen, wie diese Dinge angekommen sind?

 

Kumpost: Das ist richtig, wir haben einige Anpassungen im Personalbereich gemacht und Diskussionen mit den nationalen Verbänden geführt. Außerdem wurde die Struktur des Komitees ein wenig verändert. Wir haben wirklich viele Schritte unternommen, die mitunter dafür verantwortlich waren, dass die Nordische Kombination bei den nationalen Verbänden wieder mehr Anklang gefunden hat und dass wir nun wieder wesentlich mehr Weltcups im Kalender haben. Wir konnten damit unseren Weltcup-Kalender für die kommenden drei Jahre planen und stabilisieren. Jetzt gilt es, noch einige Verbesserungen vorzunehmen, hauptsächlich, was die Rennformate betrifft. Alte Formate sollen erneuert und neue Formate hinzugefügt werden. Bis jetzt ziehen wir eine gute Bilanz. Es ist nun unsere Aufgabe, diese Entwicklung voranzutreiben und zu präzisieren.  

 

Konkret sprechen wir hierbei ja vom Team Sprint und dem Penalty Race…

 

Kumpost: Der Team Sprint wurde nun wieder in den Kalender aufgenommen und seine Durchführung ist in dieser Saison insgesamt dreimal vorgesehen. Gleiches gilt für das Penalty Race, dafür haben wir allerdings noch viel zu tun. Für die Medien ist dieses taktische Format sicher sehr interessant, die graphische Darstellung muss aber noch übersichtlicher gestaltet werden. Das Format muss sich sozusagen erst einmal einleben.

 

Die Rückmeldungen der Athleten dazu scheinen aber überwiegend positiv zu sein.

 

Kumpost: Das stimmt. Die Athleten schätzen es, wenn es etwas Neues gibt und frischer Wind in die Sportart kommt. Stets das gleiche Wettkampfformat über 27 Weltcups hinweg könnte sonst sehr ermüdend wirken. Und das gilt, wie schon gesagt, auch für die Medien. Die neuen Formate betonen vor allem Taktik und Teamarbeit und das ist eine gute Entwicklung.

 

Beim ersten Penalty Race dieser Saison in Lillehammer herrschte jedoch mancherorts noch ein wenig Verwirrung, was die Veranschaulichung angeht. Wie sah denn das Feedback der Zuschauer dazu aus?

 

Kumpost: Wir haben von den großen Fernsehstationen gute Rückmeldungen bekommen. Natürlich sind alle der Meinung, dass es noch Verbesserungsbedarf gibt. Es muss vor allem deutlich nachvollziehbar sein, wie viele Strafrunden ein Athlet noch zu absolvieren hat. Die Rennen mit jenem Format sind diese Saison auch dazu da, das weiterzuentwickeln und zu verbessern. Zum Ende der Saison sollten wir dann hoffentlich alles soweit zur Zufriedenheit angeglichen haben, dass wir mit einem gut ausgearbeiteten und spannenden Format in den nächsten Winter gehen können.

 

Bleiben dies denn die einzigen neuen Formate oder wird es weitere Neuerungen geben?

 

Kumpost: Wir haben viel gemacht bisher und das muss sich jetzt erst einmal etwas beruhigen. Die Hauptaufgabe ist es nun, die bestehenden Formate zu optimieren. Außerdem arbeiten wir daraufhin, noch ein Highlight im Kalender der Nordischen Kombination unterzubringen, was gut in den Januar passen würde.

 

An einigen Weltcup-Orten treffen während der Saison alle nordischen Disziplinen zusammen, was stets großen Anklang findet. Könnte es daher in Zukunft verstärkt der Fall sein, dass man Nordische Kombination, Skispringen und Langlauf derartig zusammenbringt?

 

Kumpost: Das ist auf jeden Fall ein Ziel, auch wenn die Realisierung leider nicht so einfach ist. Es haben nicht viele Orte die Voraussetzung für Wettkämpfe von allen drei Disziplinen. Es wäre aber unser Wunsch, dass solche nordischen Wochenenden mindestens fünfmal pro Winter stattfinden können. Gerade in Skandinavien ist das schön länger üblich, wenn man beispielsweise an Kuusamo, Lahti oder Oslo denkt. In Mitteleuropa ist das bisher allerdings kaum der Fall. Derzeit planen wir dafür einen Termin Ende Januar, an dem sich alle nordischen Disziplinen treffen. Nach momentanem Stand könnte sich dieses Nordic Weekend für die Saison 2015/2016 erstmals realisieren lassen.

 

Wenn du einen ganz persönlichen Wunsch für die Zukunft der Nordischen Kombination frei hättest, was wäre das?

 

Kumpost: Am liebsten wäre es mir, wenn die Nordische Kombination wieder die großen Zuschauerzahlen von früher hätte und dass diese Sportart für die ganz jungen Sportler interessant ist.

 

Silke Tegethof/Mariele Stockinger 





Schlüsselwörterkumpost | interview


  • Empty
  • Empty
  • Empty
  • Empty
  • Empty
Rating: 
3,2/5
 




zurück »

Suche

Latest videos

10.03.2012 Oslo

Weltcup

Continental Cup

Ihre meinung ist gefragt

Wer gewinnt den Sommer-GP 2012?
nilgen.de eventfotograf.biz