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Olympia-Revanche: Norwegen gewinnt Oslo

Erstellt am: 13.03.2010 18:51/ et
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Der norwegische König blickte zufrieden von der Tribüne: Sein Kombinierer-Team triumphierte im Mannschaftswettbewerb auf der neuen Anlage am Holmenkollen. Damit machten die norwegischen Kombinierer nicht nur ihren schwachen fünften Rang bei den Olympischen Spielen wett, sondern weckten auch bei den gekrönten und ungekrönten Zuschauern die Vorfreude auf die im nächsten Jahr in Oslo stattfindenden Weltmeisterschaften. Und Schlußläufer Magnus Moan sprach nach dem Rennen wohl seinem König und seinen Landsleuten aus der Seele, als er sagte: „Dieser Sieg ist sehr wichtig nach den verpatzten Olympischen Spielen. Er hat uns dorthin zurückgeführt, wohin wir gehören – an die Spitze!“ Petter Tande, Mikko Kokslien, Jan Schmid und Moan siegten vor der zweitplatzierten Mannschaft aus Österreich (+7.3) und den Deutschen auf Rang drei (+1:11.2).

Es war ein gelungener Teamwettbewerb, der das Saisonende in Oslo einläutete. Die Zuschauer sahen spannende Duelle auf Schanze und Strecke – bei denen sich die favorisierten, Olympia-zweiten Amerikaner leider etwas unter Wert verkauften (nur Rang fünf hinter Frankreich auf Rang vier).
Leichter und konstanter Aufwind im Hang sorgte am Vormittag für einen fairen Sprungwettkampf, den die deutsche Mannschaft mit Johannes Rydzek, Georg Hettich, Eric Frenzel und Tino Edelmann gewann (442.8 Punkte). Hinter den Deutschen, die ohne den laufstarken Björn Kircheisen nach Oslo gereist waren, platzierten sich auf Rang zwei und drei die Teams Österreich (angetreten mit der Olympia-Goldmannschaft um Mario Stecher, David Kreiner, Bernhard Gruber und Felix Gottwald, 422.1 Punkte, Rückstand +0,28) und Norwegen (420.6 Punkte, Rückstand +0:30). Der weiteste Sprung gelang dem Amerikaner Todd Lodwick mit 133 Metern, ihm fehlte damit nur ein Meter zur Hillsize der neuen Schanzenanlage. Die Sportler zeigten sich beeindruckt von der neuen Anlage. Edelmann urteilte: „Ich mag die neue Schanze, wir hatten heute vormittag einen sehr guten Wettbewerb“, und Magnus Moan bemerkte: „Es ist eine sensationelle Anlage – allerdings wird es eine Herausforderung sein, die Spur vor der Sonne zu schützen, wenn diese in den In-run scheint.“

Im Lauf am Nachmittag gelang es der deutschen Mannschaft dann nicht, den Vorsprung zu halten – bereits kurz vor dem ersten Wechsel war Startläufer Rydzek von seinen Verfolgern Bernhard Gruber/AUT und Petter Tande/NOR eingeholt worden. Auch Rydzeks Nachfolger Georg Hettich konnte seinen Konkurrenten David Kreiner und Mikko Kokslien nicht standhalten, Österreich und Norwegen setzten sich daraufhin an die Spitze und bauten ihren Vorsprung weiter aus.

Die ersten beiden Podiumsplätze schienen verteilt – lediglich deren Reihenfolge war noch offen. Zunächst konnte Felix Gottwald als dritter Starter einen Vorsprung auf Jan Schmid herauslaufen, der beim letzten Wechsel auf den Schlußläufer Mario Stecher auf ganze 24 Sekunden angewachsen war. Österreich schien auf Siegeskurs – wäre da nicht Magnus Moan als Schlußläufer der Norweger gewesen. In einem unglaublichen Rennen holte er auf seinen ersten 800 Metern ganze 10 Sekunden auf, kam bald darauf an Stecher heran – und nutzte schließlich den letzten Anstieg der Strecke, um sich abzusetzen. Später erklärte er: „Ich bin zwar mit 24 Sekunden Rückstand in die Spur gegangen, aber jedes Mal, wenn ich zu einem Rennen antrete, denke ich mir: Es ist immer alles möglich. Ich konnte zu Mario aufschließen und attackierte ihn am letzten Anstieg. Ich gewann einige Meter, und diese reichten, um uns zum Sieg zu führen.“ Der geschlagene Stecher gab zurück: „Es wäre heute möglich gewesen, den Wettbewerb zu gewinnen – ich hätte letztlich 20 Sekunden mehr Vorsprung auf Magnus gebraucht. Er war heute stark, zu stark für mich. Es geht daher vollkommen in Ordnung, dass die Norweger gewonnen haben!“

Der Kampf um Rang drei beherrschte den Rest des Rennens. Nach dem zweiten Wechsel hatten zu den von der Spitze verdrängten Deutschen von hinten die Amerikaner, die Franzosen und die Tschechen aufgeschlossen – letztere konnten den Anschluß jedoch nicht lange halten. Die Schlußläufer der Teams Deutschland, USA und Frankreich, Tino Edelmann und die Olympiasieger Bill Demong und Jason Lamy Chappuis, taktierten zunächst eine Weile, schließlich gelang es Tino Edelmann kurz vor dem Ziel, den richtigen Zeitpunkt für seinen Angriff zu wählen. Damit sicherte er den Podestplatz für seine Mannschaft und freute sich über die Teamleistung: „Heute war alles möglich. Wir sind mit Rang drei sehr zufrieden“, und Mannschaftskollege Frenzel sagte nach seinem Lauf: „Wir sind nicht mit unserer laufstärksten Mannschaft hier, Björn fehlt, aber wir haben unser Zeug gut gemacht.“

Im abschließenden Wettkampf der Wintersaison, dem Einzelwettbewerb am morgigen Sonntag, wird Frenzel sein „Zeug“ erneut gut machen müssen. Während Jason Lamy Chappuis und Felix Gottwald die Plätze eins und zwei in der Weltcup-Gesamtwertung nicht mehr zu nehmen sind, kämpft Frenzel noch um Rang drei im Schlusstableau – derzeit liegt er nur einen Punkt vor Magnus Moan auf dem dritten Platz.

PS: Nach dem Teamwettbewerb entrollten die Athleten im Zielraum ein Banner, auf dem sie mehr Fairness von der FIS einforderten. Dies ist sicherlich ein guter Ansatz für konstruktive Gespräche nach den Diskussionen, die insbesondere nach den olympischen Wettbewerben der Saison geführt wurden. Die FIS wird sich mit dem Sachverhalt beim Frühjahrsmeeting Anfang April in Zürich auseinandersetzen. Die Disziplin Nordische Kombination wird aus diesen Gesprächen gestärkt hervorgehen - der Sport wird davon profitieren, wird noch spannender, attraktiver werden.





Schlüsselwörtertande | Kokslien | schmid | moan | stecher | kreiner | gruber | gottwald | rydzek | hettich | frenzel | edelmann | demong | lamy chappuis | lodwick | kircheisen


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