Pittin in Chaux-Neuve unschlagbar
Lange Zeit sah es so aus, als sollte die Titelverteidung im Gesamtweltcup für Jason Lamy Chappuis ein Selbstgänger werden. Nach schwierigem Start war der Franzose vor der Weihnachtspause zur Höchstform aufgelaufen und hatte sich ein komfortables Polster auf die Verfolger Tino Edelmann aus Deutschland und den Japaner Akito Watabe herausgearbeitet. Und dieses wollte der 25-Jährige bei seinen Heimwettkämpfen in Chaux-Neuve möglichst mit Siegen vor den Landsleuten ausbauen. Doch dann kam alles ganz anders und zur Halbzeit der Saison, in der in Ermangelung eines Großereignisses die große Kristallkugel absolute Priorität hat, ist Lamy Chappuis ein neuer Gegner erwachsen.
Nach zwei Erfolgen, die er erst auf den letzten Metern, bzw. Zentimetern einfahren konnte, ließ der Alessandro Pittin am letzten Wettkampftag in den französischen Alpen einen Paukenschlag folgen. Schon auf der Schanze überzeugte der Italiener mit der viertbesten Leistung hinter Sprungsieger Tino Edelmann. Was er in der Loipe drauf hat, hatte Pittin in den vorangegangenen Tagen schon unter Beweis gestellt. Am Abschlusstag setzte der Olympia-Dritte von Vancouver 2010 dem noch die Krine auf. Schon nach einem Viertel der Strecke hatte Pittin die zehn Sekunden zum als nicht gerade laufschwachen Edelmann und dem Norweger Gudmund Storlien nicht nur geschlossen, sondern die beiden Kontrahenten mit einem beeindruckenden Zwischenspurt auf einem Kilometer länge um annähernd eine halbe Minute distanziert.
Die zweite Hälfte der 10km-Distanz wurde für Alessandro Pittin zum Triumphlauf. Ungefährdet machte der 21-Jährige das Triple perfekt und entführte die Bestnote von 300 Weltcuppunkten aus dem Wohnzimmer des Gesamtweltcupleaders. Der behält zwar noch das Gelbe Leader-Trikot. Doch der Vorsprung Lamy Chappuis schmolz durch einen schwachen Sprung und daraus resultierend nur den 25. Tagesplatz auf 108 Zähler zusammen. Und nun geht es für den Franzosen seinerseits in die Höhle des Löwen. Denn nach zwei Wettkampffreien Wochenenden reisen die Winterzweikämpfer in die Heimat des Verfolgers ins italienische Val di Fiemme. Es bleibt aber abzuwarten, ob dann auch so viele tausende Zuschauer an Schanze und Loipe erscheinen werden. Diesen Bonus hat sich Lamy Chappuis mit jahrelanger Konstanz an der Weltspitze erarbeitet.
Für den zweiten Himmelsstürmer des Wochenendes, den Deutschen Fabian Rießle lief es auch nicht nach Maß. Zwar wusste der Athlet von der SZ Breitnau mit einem Satz auf 112 Meter zu überzeugen, griff bei der Landung aber in den Schnee und schenkte sich den Langlauf aus abgeschlagener Position heraus. Die Podestplätze sicherten sich dieses Mal die Norweger Joergen Graabak und Mikko Kokslien.
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